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Movie Review
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L.A. Crash
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Kurzkritik: "36 Stunden in L.A. . 36 Stunden im Leben einer Handvoll Menschen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Und doch führt das Schicksal sie zusammen, lässt ihre Wege kreuzen und wieder auseinander gehen, ihre Leben für kurze Zeit in den gleichen Bahnen laufen. Sie sind Bewohner einer Megacity im ganz normalen Ausnahmezustand, hin und her gerissen zwischen Angst, Wut und Verzweiflung und der alles überwindenden Kraft der Hoffnung und des Glücks."
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Inhalt
In 36 Stunden kann viel passieren, vor allem in Los Angeles, wo viele verschiedene Kulturen und ethnische Gruppen auf engem Raum zusammenleben. In dieser Stadt ist es daher eine logische Konsequenz, wenn sich Menschen unterschiedlichster Herkunft über den Weg laufen, was immer wieder zu unerwarteten Konsequenzen führt. Rick Cabot (Brendan Fraser), Staatsanwalt von Los Angeles, und seiner Frau Jean (Sandra Bullock) wird auf einer hell beleuchteten Straße von den beiden Autodieben Anthony (Ludacris) und Peter (Larenz Tate) das Auto gestohlen. Ein ganz besonderes Problem für den Juristen, denn nicht nur sein Auto ist weg, vor allem weiß er nicht, wie er sich verhalten soll. Sollte er die beiden schwarzen Autodiebe anzeigen, macht er sich damit die schwarze Bevölkerung zum Feind, macht er es nicht, wird er die Weißen gegen sich haben. Die Polizei befindet sich inzwischen auf der Suche nach dem Wagen und den beiden Dieben, und die beiden Polizisten John Ryan (Matt Dillon) und sein junger Kollege Thomas Hansen (Ryan Phillippe) haben auch gleich ein Modell gefunden, auf das die Beschreibung passt. Es ist zwar nicht das gesuchte Objekt, trotzdem untersuchen die beiden die Insassen, den Regisseur Cameron Thayer (Terrence Howard) und seine Frau Christine (Thandie Newton). Ryan lässt seine schlechte Laune und Wut auf die Schwarzen an den beiden aus, woraufhin sein junger Kollege ihn für einen Rassisten hält, und von ihm weg in eine andere Streife versetzt werden will. Dem Polizeichef schmeckt das Ganze gar nicht, immerhin würde diese Situation auch ein schlechtes Licht auf ihn werfen, denn Ryan arbeitet bereits seit elf Jahren unter ihm. An anderer Stelle repariert der Schlosser Daniel (Michael Pena) das Türschloss des iranischen Geschäftsmannes Farhad (Schaun Toub), doch der Schaden ist nicht am Schloss sondern an der Tür des Geschäftes; den gutgemeinten Rat, die Tür reparieren zu lassen, will dieser, obwohl Daniel ihm noch nicht einmal die angefallenen Arbeitsstunden berechnet, aber nicht annehmen. Prompt wird in der folgenden Nacht der Laden ausgeraubt, und Farhad, der keinen Schadensersatz von der Versicherung bekommen wird, weil Daniel ihn ja gewarnt hat, denkt, daß der Schlosser etwas mit dem Einbruch zu tun haben muß, daher macht er sich mit geladener Waffe auf zu ihm. Kritik
"L.A. Crash" ist irgendwo schon ein seltsamer Film, bestehend aus vielen einzelnen Handlungssträngen, die sich langsam zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Das ist aber nicht das Erstaunliche, sondern vielmehr, daß die einzelnen Episoden für sich betrachtet wichtiger sind als das Ganze. Oberflächlich betrachtet scheint jeder Mensch in Los Angeles ein Rassist zu sein, und jede Gruppierung hat, aus dem einen oder anderen Grund, Probleme mit ihrer Hautfarbe. Dabei macht der Film keine Unterschiede, ob die Opfer des Rassismus weiß oder schwarz sind, beide sind auf ihre ganz spezielle Weise ein Opfer ihrer Abstammung - ob das nun wirklich so ist, oder ob die Menschen sich das nur einbilden, ist eine andere Sache. Zum Beispiel ist der Polizist John Ryan schlecht auf Schwarze zu sprechen, weil sein kranker Vater keine angemessene medizinische Behandlung bekommt, und seine Ansprechpartnerin bei der Krankenversicherung eben eine Afroamerikanerin ist. Schuld an diesem Dilemma ist aber letztendlich nicht sie, sondern erstens Ryan selbst, weil er sie am Telefon wegen ihrer Hautfarbe beziehungsweise ihres typisch schwarzen Namens ziemlich übel angefahren hat, und zweitens das amerikanische Gesundheitswesen, in dem der Durchschnittsbürger noch nicht einmal das Recht auf die freie Auswahl seines Arztes hat. An dieser Stelle haben Michael Moore sicher die Augen geleuchtet. Dies ist nur ein Beispiel von vielen aus dem Film, aber bestimmt das deutlichste. Der Film geht tiefer, und es wird deutlich, daß der Rassismus eine Folge einer allgemeinen Unzufriedenheit der Einzelnen ist, die aber andere Gründe hat. Bei manchen Menschen ist die Wurzel des Übels deutlich zu erkennen, bei manchen kann man sie nur erahnen, hier aber tiefer zu interpretieren, würde zwangsläufig zu viel von der Handlung des Films vorwegnehmen. Die Stimmung des Films erinnert stark an Michael Mann, insbesondere an "Collateral", und das nicht (nur), weil auch dieser Film in Los Angeles spielt, sondern (auch), weil die Aufnahmen der großen Stadt sich stellenweise stark ähneln, und auch, weil die Musik vergleichbar aufgebaut ist. "L.A. Crash" hat im Grunde genommen keine Hauptdarsteller (oder gleich ein ganzes Dutzend), der eigentliche Star des Films ist das Drehbuch. Sandra Bullock, die auf dem Poster an erster Stelle genannt wird, hat übrigens eine der kleinsten Rollen. Ein überzeugendes Hollywood-Debut als Regisseur und Autor, das Paul Haggis, dessen Drehbuch zu "Million Dollar Baby" für den Oscar nominiert war, hier abliefert. Stimmen zum Film
"Der mitunter hysterisch anmutende Film geht das Wagnis ein, zu viel an Zorn und Aggression aneinander zu reihen, um die absurden Proportionen der urbanen Gesellschaft deutlich zu machen.” - Film-Dienst
"Yet if the multiple finales aren´t handled with flawless grace, the filmmaker´s directorial instincts—especially during a police standoff situated, fittingly, on a dead end street—are quite sharp.” - Slant-Magazine
„Haggis schafft es trotz der für einen Episodenfilm kurzen Laufzeit von 113 Minuten, jeden seiner Protagonisten zu offenbaren und ihre Ängste und verborgenen Leidenschaften zu entblößen.” - Filmszene
„Not many films have the possibility of making their audiences better people. I don´t expect "Crash" to work any miracles, but I believe anyone seeing it is likely to be moved to have a little more sympathy for people not like themselves.” - Robert Ebert
„Doch es ist nicht die Brisanz der behandelten Materie, sondern die nahezu erdrückende Intensität, durch die der Film wirklich besticht.” - Schnitt Auszeichnungen:
Bester Film
Bestes Drehbuch
Bester Schnitt
Autor: Alexander Heinz Jachmann für www.zelluloid.de | 









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